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Biographie

Mit angeblichen 1,90 m Körpergröße muss er seinen Zeitgenossen wie ein Riese vorgekommen sein, und dass er 82 Jahre alt wurde, war im 8. Jahrhundert nach Christus beileibe nicht die Regel. Der zuletzt von Gicht und Rheuma geplagte Bonifatius hätte es wohl auf noch mehr Lebensjahre gebracht, wäre er nicht am frühen Morgen des 5. Juni 754 im westfriesischen Dokkum mit rund 50 Gefährten von friesischen Kriegern erschlagen worden - allerdings nicht ganz unverschuldet ...

Wynfreth Bonifatius Dokkum 754

Bonis Biographie

672 - 702 Kindheit und Ausbildung

Bonifatius wurde 672 oder 673 als Wynfreth (deutsch: Winfried) in Crediton im Königreich Wessex geboren (heute Grafschaft Devonshire, Südengland). Er war Angelsachse und stammte aus einer Familie des niederen Adels, die es als Landbesitzer zu Wohlstand gebracht hatte. Die Sachsen lebten in dieser Zeit bereits friedlich mit den einheimischen Kelten, wenn sich auch die Bräuche noch nicht angeglichen hatten.

Als Wynfreth 7 Jahre alt war, gaben ihn die Eltern zur Erziehung ins kleine Benediktinerkloster Adescancastre bei Exeter. Nach einigen Jahren wechselte Wynfreth ins größere Kloster Nhutscelle (heute Nursling bei Southhampton, Grafschaft Hampshire). Dort befasste er sich mit allen Themen der angelsächsischen kirchlichen Geisteswelt. Er wurde glühender Anhänger der römisch-katholischen Glaubenslehre und schließlich Benediktinermönch.


702 - 715 Priester, Lehrer und Dichter

Mit 30 Jahren wurde er 702 zum Priester geweiht. Er übernahm die Leitung der Klosterschule. Dort verfasste er die erste englische Grammatik der lateinischen Sprache und schrieb Gedichte. Seine Bildung und sein diplomatisches Geschick machten ihn auch für Aufgaben außerhalb der Klostermauern geeignet, so dass er zu Kirchensynoden entsandt wurde.

Im Alter von 40 Jahren beschloss Wynfreth, wie viele angelsächsischen Mönche vor ihm das Ideal der peregrinatio zu verwirklichen. Das bedeutete, in Askese und rastloser Pilgerschaft zu leben und den Völkern auf dem Kontinent den christlichen Glauben zu predigen.


716 erster Missionsversuch

716 ging Wynfreth 44 jährig auf eigene Faust nach Westfriesland. Dort herrschte seit zwei Jahren offener Krieg zwischen seit langer Zeit verfeindeten, heidnischen Friesen und den christlichen Franken. Der Missionsversuch musste scheitern. Die Friesen eroberten unter König Radbod (auch: Redbad, 679-719) zuvor verlorenes Land zurück, und die Annahme der christlichen Religion wäre gleichbedeutend mit einer Unterwerfung unter die Franken gewesen. Winfrid kehrte unverrichteter Dinge in sein Kloster nach England zurück. 717 wurde er zum Abt gewählt. Sein Missionseifer ließ jedoch nicht nach.


718 erste Romreise - Namensgebung und Missionsauftrag

In Friesland hatte Wynfreth gelernt, dass seine Missionsarbeit nur mit Unterstützung der Kirche und der weltlichen Machthaber gelingen konnte. 718 machte er sich daher auf den Weg nach Rom. In seine Heimat kehrte er nie wieder zurück.

In Rom sicherte er sich die Hilfe von Papst Gregor II (715-731 im Amt). Am 15. Mai 719 beauftragte ihn der Papst wie gewünscht mit der Heidenmission. Nach üblichem Brauch erhielt er als Missionar den Namen des römischen Kalenderheiligen des Vortages. Dies war Bonifatius von Tarsos (einer der drei "Eisheiligen").

Bonifatius, wie er sich fortan auch selbst nannte, ging zurück nach Friesland. Er erhoffte sich jetzt größeren Erfolg, da König Radbod 719 gestorben war und er mit päpstlicher Unterstützung auftrat. Doch wieder scheiterte er. Er ging nach Hessen und Thüringen, die unter fränkischer Herrschaft standen. Hier verlief seine Arbeit erfolgreicher.

In einer Zeit, die aus einem Gemisch von verschiedenen christlichen Richtungen und altem germanischem Brauchtum geprägt war, mußte Bonifatius auch in bereits christianisierten Gebieten an das Evangelium erinnern und die Einhaltung kirchlicher Regeln einfordern. Seiner Arbeit legte er die benediktinischen Mönchstugenden zugrunde: Disziplin, Askese, klare Strukturen und Gehorsam gegenüber Rom. Das machte ihn effizient, aber auch intolerant gegenüber anderen Glaubensrichtungen. Sein Lebenswerk sollte die Stellung der römischen Kirche in Westeuropa stärken - auf Kosten der iroschottischen und der arianischen Kirche, die über keine zentrale Organisation und keinen Personenkult verfügten.


722 zweite Romreise - Missionsbischof

Bei einem erneuten Besuch in Rom 722 erhob Papst Gregor II den 50jährigen zum Missionsbischof ohne Bischofssitz und stattete ihn mit einem Empfehlungsschreiben an den fränkischen Hausmeier aus. Der Hausmeier (königliche Verwalter) Karl Martell (reg. 714–741) war zwar nicht König, aber der eigentliche Machthaber im Frankenreich.

723 erhielt Bonifatius von Karl Martell einen Schutzbrief, der ihn bei seiner Missionsarbeit absicherte und seine Machtposition stärkte. Und das, obwohl Karl Martell an Kirchenfragen nicht interessiert war und zuweilen Getreue mit Kirchengütern entlohnte. Der Hausmeier plante aber die Absetzung der als gottgesandt geltenden, politisch aber mittlerweile unbedeutenden Merowingerkönige. Dazu benötigte er Unterstützung der römischen Kirche.
Das Unterstützung Gregors II. und Karl Martells schufen die Basis für das spätere Bündnis zwischen den Päpsten und den karolingischen Frankenherrschern. Bonifatius selbst war aber nicht, wie gerne behauptet wird, der Architekt des Bündnisses, sondern lediglich das Mittel zum Zweck.

Dank seiner Bildung und dichterischen Begabung konnte Bonifatius die lateinische Bibel mit einfachen Worten in verschiedenen Sprachen erklären. Er erkannte aber, dass zur Überzeugung Taten oft nachhaltiger wirkten als Worte. Legendär ist 723 die Fällung der germanischen Donar-Eiche bei Geismar in Hessen. Ihr Holz wurde beim Bau einer kleinen Peterskirche verwendet. Heute steht dort der Petersdom von Fritzlar. Derartige Handlungen sollten nicht als tollkühnes Wagnis in einer heidnischen Wildnis verstanden werden. Die Eiche stand in Sichtweite der fränkischen Festung Büraburg. Missionsreisen jener Tage hatten den Charakter von Expeditionen; die Priester wurden von Soldaten, Händlern, Jägern und Abenteurern begleitet.


732 Erzbischof von Austrasien

732 wurde Bonifatius mit 60 Jahren von Papst Gregor III (731-741 im Amt) zum Erzbischof und päpstlichen Vikar von Austrasien (dem Ostteil des Frankenreichs) ernannt. Seine Aufgabe war nun die Neuordnung der Kirchenstrukturen. Das freizügige, sinnenfrohe Leben und die weltlichen Interessen der fränkischen Geistlichen waren dem asketischen Benediktinermönch zuwider. Er reorganisierte die bayerische und die mitteldeutsche Kirche. Unterstützt wurde Bonifatius daher in erster Linie durch Vertraute aus England wie Willibald, Sturmius, Lullus, Wigbert, Gregor, Walburga und Lioba.

Bereits bei den einfachen keltisch-arianischen Priestern, die üblicherweise verheiratet waren stieß er auf offene Ablehnung seiner Reformen. Als Ausländer konnte er sich trotz seiner Privilegien auch nicht bei den fränkischen Fürstbischöfe durchsetzen, die ebenfalls nichts als Einschränkungen zu erwarten hatten. Ihm wurde die Gründung von Klöstern in den missionierten Gebieten untersagt, und es kam zu Streit über die dort einzuführende Rechtsordnung.


737 dritte Romreise - päpstlicher Legat des Frankenreichs, Macht, Kirchenkonzile

737, bei seiner dritten Romreise, ernannte Papst Gregor III den 65jährigen Bonifatius zum Legaten (Nuntius) des gesamten Frankenreichs. Bonifatius, nun der mächtigste Kirchenmann im Frankenreich, beabsichtigte die straffe und verbindliche Reorganisation der gesamten Geistlichkeit unter die päpstliche Vorherrschaft.


741 größte Machtfülle, Kirchenkonzile

Mit der offenen Unterstützung durch den religösen Hausmeier Karlmann (742-747 im Amt) erhielt Bonifatius genügend tatsächliche Macht, um in den missionierten Gebieten gegen den Widerstand fränkischer Bischöfe als Ausländer neue Bistümer sowie einige Klöster zu gründen. Die meisten Bistumsgrenzen haben noch heute Bestand.

Auf mehreren Kirchensynoden zwischen 743 und 747 (concilium germanicum) ging er an innerkirchliche Reformen und forderte vom fränkischen Adel die Rückgabe von Kirchenbesitz.
Die Beschlüsse der Synoden wurden mit Einverständnis des Hausmeiers Karlmann als fränkische Herrschererlasse verkündet. Die straffe Reorganisation der Kirche sollte das Vorbild werden, nach dem die späteren Frankenherrscher ab Karl dem Großen ihre weltlichen Machtstrukturen reformieren würden.


747 Erzbischof mit Bischofssitz in Mainz - schwindender Einfluß

Mit Abdankung von Karlmann 747, der als Mönch ins Kloster ging, verlor der 75jährige Bonifatius kirchlich und politisch rasch an Einfluß. Hausmeier Pippin herrschte nun über das gesamte Frankenreich. Sein Interesse galt der Übernahme der Königswürde von den Merowingern. So dauerte es noch Jahrzehnte bis zur Umsetzung der Kirchenreformen, da die Frankenherrscher ihre Unterstützung beim fränkischen Adel nicht verspielen wollten.

Erzbischof Bonifatius hatte sich für den Erzbischofssitz Köln beworben, was fränkische Bischöfe zu verhindern wußten. 747 erhielt er als Abfindung Mainz als Bischofssitz zugeteilt. Zwar war er jetzt zum Erzbischof ernannt worden, doch Mainz war in dieser Zeit kein Erzbischofssitz (erst ab 781), und Amtsvorgänger Gewilib war, nachdem er sich der Blutrache schuldig gemacht hatte, auf Betreiben von Bonifatius abgesetzt worden. Bereits 748 berief Pippin selbst ein Kirchenkonzil ein, ohne Bonifatius zu informieren. Bonifatius dachte mehrfach an die Niederlegung seiner Ämter, was ihm Papst Zacharias (741-752 im Amt) aber untersagte.

So suchte Bonifatius neue Betätigungsfelder. Er ließ sein Lieblingskloster Fulda zu einem kulturellen Zentrum ausbauen. Er holte irische Ärzte ins Frankenreich, um die Gesundheit der Bevölkerung - und wohl auch seine eigene - zu verbessern. Rheuma und Gicht machten ihm in dieser Zeit zu schaffen. Klöster waren in ideser Zeit die wichtigsten Krankenhäuser, Bildungs- und Kulturstätten.

751 setzte Pippin mit Einverständnis des Papstes Zacharias den Merowingerkönig Childerich III ab und ließ sich in der Versammlung von Soissons selbst zum König wählen. Außerdem ließ er sich als erster Herrscher zum König salben, um das gottgegebene Königsheil der Merowinger nach außen hin sichtbar auf sich zu übertragen. Ob Bonifatius bei diesem Weiheakt, der das Verhältnis zwischen Papsttum und weltlichen Mächten für Jahrhunderte prägen sollte, noch eine Rolle spielte, ist heute umstritten.


752 Bischofssitz in Utrecht und Ende

Bonifatius spielte offen mit dem Gedanken, sein gefährdet erscheinendes Lebenswerk zu sichern, indem er als Märtyrer starb. 752, beim Tode von Papst Zacharias, legte der 80jährige seinen Mainzer Bischofssitz nieder. Dass Rom diesen Schritt nicht erneut untersagte, liegt wohl daran, daß ein neuer Papst zu wählen war, der gekürte Papst Stephan II. bereits nach 4 Tagen starb und noch eine Papstwahl erfolgte.
753 brach Bonifatius, jetzt Bischof von Utrecht, von dort aus ohne Weisung von Rom zu seiner dritten Friesenmission auf.
In Friesland hatte die christliche Kirche seit 734 Fuß gefaßt, als die Franken die Friesen unter Radbods Sohn Poppa (auch Hrodbad, 719-734) vernichtend geschlagen hatten. In Westfriesland regierte dessen Sohn Abba (Alfbad 749-775) als Graf unter fränkischer Herrschaft.
Am Pfingstsonntag den 5. Juni 754 wurde der 82jährige Bonifatius bei Dokkum, während eines Gottesdienstes, bei dem zuvor getaufte Friesen gefirmt werden sollten, von Bewaffneten überfallen und mit über 50 Gefährten erschlagen. Der Legende nach soll sich Bonifatius mit einem Buch vor einem Schwerthieb geschützt haben. Seinen Begleitern soll er jede Gegenwehr untersagt haben.


754 Bestattung

Bonifatius' Leichnam wurde zurück nach Utrecht gebracht. Ein Schiff brachte ihn rheinaufwärts nach Mainz. Eine Prozession überführte den Leichnam unter starker Anteilnahme der Bevölkerung nach Hochheim und von dort nach Fulda, wo er seinem Willen entsprechend in der Krypta beigesetzt wurde.